Herstellen von 3D-Bildern

Räumliches (dreidimensionales) Sehen entsteht, indem Bildinformationen des linken und rechten Auges im Gehirn verschmelzen. Es beruht auf einem Phänomen, das man als Parallaxe bezeichnet. Dabei handelt es sich um die scheinbare Verschiebung eines Objektes vor seinem Hintergrund beim Betrachten aus leicht unterschiedlichen Blickwinkeln.

Der Trick besteht darin, jedem Auge ein anderes Bild zu zeigen, wie beim altbekannten Kinderspielzeug View-Master. Dadurch entstehen eine räumliche Wirkung und der Eindruck von drei Dimensionen. Der View-Master verwendet ein Paar Stereobilder, im Lentikulardruck hingegen wird mit vielen Stereopaaren gearbeitet, sodass der Betrachter die Tiefenwirkung von verschiedenen Punkten aus wahrnehmen kann.

3D-Bilder mit Photoshop herstellen

Eine der gebräuchlichsten Techniken ist das Erstellen eines Bildes aus mehreren Ebenen mit einem 2D-Grafikprogramm, etwa mit Adobe Photoshop. Um die Illusion einer Parallaxe zu erzielen, werden Bildebenen in Photoshop seitlich gegeneinander verschoben.

Auch mit bestimmter Lentikular-Software lässt sich ein derartiger Effekt erzeugen.

Beim zuvor beschriebenen Interlacing trennt die Lentikularlinse das Teilbild für das linke Auge von dem Teilbild für das rechte Auge.

Unser räumliches (stereoskopisches) Sehen kann so den räumlichen Tiefeneffekt rekonstruieren.

Diese Methode ist zwar sehr gebräuchlich, aber das Ergebnis kann recht flach – wie eine Bühnenkulisse – wirken, denn jede einzelne Ebene im Bild ist ja auch tatsächlich flach. Mehr Volumen lässt sich mit einer sog. Depth-Map erzielen, oder es kann eine leistungsfähigere 3D-Software Verwendung finden.

Mit spezieller 3D-Software

Spezielle 3D-Software bietet viel mehr Flexibilität bei der Arbeit mit dem Bild (Licht, Blickwinkel etc. …) und gestattet eine perfekte Abstimmung auf das verwendete Lentikularmaterial.

Lenny3D

Unser Freund „Lenny“ wurde mit Autodesk 3D Studio Max erstellt.

Andere Programme – wie Maya, Lightwave 3D, Cinema 4D – eignen sich ebenfalls dafür.

 

Lenny wurde modelliert und um ihn herum wurde eine Szene aufgebaut. Für eine realistischere Wirkung wurden in der Szene Licht und Schatten hinzugefügt.

Durch Rotation der Szene – wie auf einer Drehscheibe – werden Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln erzeugt („gerendert“).

Wie viele Bilder erzeugt werden, hängt von der Anzahl Lentikularlinsen pro Zoll (LPI) und der Auflösung des späteren Lentikularbildes ab.

Der Übergang von einem zu einem anderen Bild wird so gewählt, dass eine optimale Reliefwirkung entsteht. Diese Parameter (Anzahl Bilder und Übergang) minimieren den „Sprungeffekt“ zwischen den einzelnen Ansichten und garantieren einen nahtlosen Übergang von einem zu einem anderen Bild.

 

Zum Erzeugen von Bildern gibt es mehrere Möglichkeiten. In diesem Beispiel „drehte“ sich die Szene vor der Kamera.

Camera-Linear2

Eine weitere Möglichkeit ist, die Kamera seitlich vor der Szene zu bewegen.

3D picture Camera-Scene-Rotation2

Dieses Vorgehen führt zu einer geringfügigen Verzerrung in der Szene, die mit einem Wölbungseffekt einhergeht.

So würde z. B. die Mauer leicht zylinderförmig erscheinen.

Dieser Nachteil lässt sich vermeiden, indem man die Kamera nicht dreht, sondern in der Horizontalen bewegt.

3D picture Camera Rotation2

 

Im Fall von „Lenny“ wurde Rotation gewählt, um der Szene mehr Tiefe und Dynamik zu verleihen.

Wollen Sie sehen, wie „3D Lenny“ entstanden ist? Sehen Sie sich die Website von Lenstar an

Mit stereoskopischen Fotoaufnahmen

Ein weiterer möglicher Ausgangspunkt sind stereoskopische Fotoaufnahmen.

Software-Lösungen wie „StereomorpherPlus“ und „Stereo Tracer“ erzeugen eine ausreichende Anzahl Bilder für den Lentikulardruck.

Mit realen Fotoaufnahmen

3D-Aufnahmen von Personen oder realen Szenen lassen sich mit einer Kamera herstellen, die auf einer Schiene montiert ist. Der seitliche Versatz (Stereobasis) und die Zahl der Aufnahmen hängen von der Art des Bildes und der Auflösung der verwendeten Lentikularfolie ab.

Dank diesen erschwinglichen und unkomplizierten Lösungen sind hochwertige 3D- oder Wechselbilder heute für jeden Interessierten machbar.

Hier sehen wir ein Beispiel für eine solche Fotoschiene namens ScanMachine.

ScanMachine by Gildas Le Lostec

Scan Machine de Gildas Le Lostec

© Gildas Le Lostec – www.panomachine.com

Diese Schiene gestattet eine präzise Bewegung der Kamera und hat zugleich den Vorteil, dass sie leicht zu transportieren ist.

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