Verfahren in der Druckvorstufe

Haben Sie die Zusammenhänge im Lentikulardruck einmal verstanden, ist das Verfahren in der Druckvorstufe nicht komplizierter als im herkömmlichen Offset- oder Digitaldruck. Bevor Sie mit dem Interlacing von Bildern beginnen, müssen aber zunächst ein paar Dinge erklärt und herausgefunden werden, damit Sie optimale Ergebnisse erhalten.

Pitchtest

Zunächst muss der genaue Pitch der Lentikularfolie bekannt sein. Der Pitch (bzw. die Kalibrierung) ist die exakte Größe der Linse. Dieser Wert beträgt niemals exakt 75,00, da der Pitch vom Produktionslos und auch von Ihrem Ausgabegerät (CTP, CTF oder Digitaldruckmaschine) abhängt. Wir unterscheiden zwischen dem visuellen Pitch und dem mechanischen (absoluten) Pitch. Zum Ermitteln des Pitch einer Lentikularfolie muss ein Pitchtest ausgeführt werden. Der erste Schritt ist das Belichten eines speziellen Pitchtest-Musters auf Ihrem CtP- oder CtF-System. Die dafür notwendige Testdatei stellen wir unseren Kunden kostenlos zur Verfügung.

Look at the pitch of the lenticular  sheet © /?page_id=140

Der Abstand lässt sich ermitteln, indem eine nicht bedruckte Lentikularfolie auf die Platte (bzw. den Film) gelegt wird. Aus dem Betrachtungsabstand des endgültigen Bildes erscheint dann eine Linie völlig schwarz oder unsichtbar. Dies ist der visuelle Pitch.

75 LPI pitch test  Druckplate ©DP Lenticular

Wir empfehlen dringend, zum Pitchtest die zu verwendende Lentikularfolie zu bedrucken, damit Sie den exakten Wert ermitteln können und auch berücksichtigt wird, dass die Folie in der Druckmaschine „arbeitet“. Ergibt der Test zum Beispiel, dass der optische Pitch 75,48 LPI beträgt, so führen Sie das Interlacing aus mit 16 Bildern in

75,48 X 16 = 1207,68 PPI

Der mechanische Pitch wird mit einem Vergrößerungsglas ermittelt. Ausführliche Informationen über den Pitch finden Sie in unseren FAQ – klicken Sie einfach hier.

Was brauche ich zum Erstellen von Lentikulardateien?

Computer

Computer, mit einem Minimum von 2 GB RAM   ©DPLenticular

Lentikulardateien können recht groß werden. Deshalb brauchen Sie einen leistungsfähigen Computer zum Verarbeiten der gesamten Datenmengen. Besonders das Ausschießen kann, wird es nicht im RIP erledigt, eine Workstation erheblich belasten.

Software

Lentikulardateien können mit vielen gängigen Programmen für das grafische Gewerbe erstellt werden.

  1. Adobe Photoshop (ausführliche Informationen über das Interlacing in Photoshop)
  2. Quark
  3. Adobe After Effects
  4. Adobe InDesign
  5. ArtPro
  6. 3D-Software, wie beispielsweise Autodesk 3D Studio Max, Maya, Lightwave 3D, Cinema 4D, etc….
  7. Lentikular-Software

Computer to Plate (oder CTF)

Um lentikulare Bilder zu verwirklichen,  muss der CTP eine Auflösung von mindestens 2400 DPI haben, ein feiner  gegliedertes gibt ein besseres Resultat. © Heidelberger Druckmaschinen  AG

Für eine akzeptable Qualität sind mindestens 300 LPI erforderlich. Eine höhere Qualität ist mit 450 bis 500 LPI erreichbar. Ein Linienraster, das mathematisch auf den Pitch der Linse abgestimmt ist, führt zu einem besseren Ergebnis und reduziert oder eliminiert Banding aufgrund der Interpolation des Bildes beim Erzeugen von Rasterpunkten.
Zum Vermeiden von Moiré müssen spezielle Rasterwinkel verwendet werden. DP Lenticular hilft Ihnen dabei, herauszufinden, wie Sie die besten Ergebnisse erzielen.

Das CTP-System (oder CTF) muss eine Auflösung von mindestens 2400 DPI haben. Eine höhere Auflösung führt zu einem besseren Ergebnis. Je höher die Auflösung ist, umso mehr Teilbilder lassen sich im Interlacing-Verfahren kombinieren. Die meisten CtP-Systeme haben heute eine Auflösung zwischen 2400 und 4000 DPI. Bestimmte Systeme haben höhere Auflösungen, aber solche Systeme sind vor allem für den Sicherheitsdruck vorgesehen.

Bei Verwendung von CTF muss auf die Filmdicke geachtet werden. Standardfilme haben eine Dicke von 0,01 mm, für eine stabilere Messung werden jedoch 0,018 mm empfohlen. Hinweis: Für 0,018-mm-Filme (sofern noch erhältlich) können bestimmte Anpassungen am Laserkopf erforderlich sein.
Wird mit hohen Auflösungen gearbeitet, sollten die korrekten Intensitätswerte für die Laserauflösung ermittelt und konfiguriert werden. Außerdem sollten Belichtungskurven ermittelt werden, um eine lineare Reproduktion der Rasterpunktwerte zu erhalten.

Proofing

Als Druckereien noch mit Filmen arbeiteten, funktionierte das Match-Printsystem 3M Imation perfekt. Heute geschieht das Proofen digital und ist komplizierter. Die Effekte lassen sich mit einem hoch auflösenden Tintenstrahldrucker testen. Da aber dessen Auflösung (mind. 1440 PPI) nicht mit Ihrem CtP-System übereinstimmt, weicht das Ergebnis erheblich von der späteren Offset-Drucksache ab.

Einige Hersteller von CtP-Systemen (wie Fuji) bieten ein Direct-Proofing-System an, bei dem das Ergebnis mit der späteren Drucksache übereinstimmt.
Falls Sie Fragen zum oben beschriebenen Verfahren haben, zögern Sie bitte nicht, sich an uns zu wenden.

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